[Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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[Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Tue Dec 08, 2015 4:27 pm
Hallo erstmal,

Ich arbeite mich seit Kurzem (absolut begeistert) durch die RE sowie durch ITB. Dabei habe ich mir überlegt, wie ich am besten für Degenesis-Neulinge in meinem Umfeld einen passablen Einblick in die verschiedenen Kulturkreise sowie diverse Bünde geben kann. Daraus ist die fixe Idee entsprungen einen Plot in der Art von "In 80 Tagen um die Welt" zu entwickeln und auch wenn die Überlegung anfangs nicht ganz ernst gemeint war, finde ich die Idee spannender, je länger ich darüber nachdenke. Daher würde ich das Forum gerne dafür nutzen, eine Kurzkampagne daraus zu zimmern. Dabei würde ich mich durchaus freuen, wenn ihr euer Feedback zu meinen Überlegungen geben würdet.

Die Ausgangslage:

Zwei hochrangige Neolibyer (wahrscheinlich am ehesten Große Jäger) haben zur gleichen Zeit einen Zwischenstopp in einer borcischen (oder anderen europäischen) Stadt. Zwischen ihnen entbrennt eine starke Diskussion, da der eine durchaus gemäßigte Ansichten über die Krähen-Völker hat, während der andere die Europäer ganz klar als minderwertig und den Africanern unterlegen betrachtet. Aus dieser Diskussion erwächst eine Wette darum, wer innerhalb von einem Jahr und einem Tag während einer Expedition durch alle Länder der Krähe und des Löwen größere Errungenschaften (Jagd-Trophäen, gefundene Artefakte, erwirtschaftete Dinare, gefangene Sklaven, abgeschlossene Handelsverträge, etc.) vorweisen kann. Letzter Treffpunkt ist die Handelsbank von Tripol, die das abschließende Urteil fällen soll. Dabei wird die eine Expedition ausschließlich aus Africanern bestehen, während die andere Expedition (der vorraussichtlich die SCs angehören werden) aus einer Kooperative aus europäischen und africanischen Kulten bestehen soll.
Um zu verhindern, dass der eine Neolibyer den anderen bei nächstbester Gelegenheit umbringt, wird ein sehr genau definierter Vertrag ausgehandelt, der unter anderem beinhaltet, dass im Todesfalle des Einen, der andere auf Lebenszeit eine erhebliche monatliche Abgabe an den Heimatort des Toten zu zahlen hat. Dadurch kann es durchaus auch zu Szenen kommen, in dem man einmal in die Lage kommt, dem Konkurrenten aus der Klemme helfen zu müssen (aber auch von ihm unverhoffte Unterstützung zu bekommmen), gleichzeitig ist es aber dennoch möglich, zu versuchen demjenigen Steine in den Weg zu legen. Insgesamt sollen aber die direkten Berührungspunkte eher gering ausfallen.

Ich sehe in der Idee ein großes Potential möglichst viele Kombinationen an Kulte unter einen Hut zu bringen (zu vielen fallen mir ganz spontan so einige Beweggründe ein, sich an dieser Expedition zu beteiligen). Ich stelle mir die Ausarbeitung eher modular vor. Jeder Kulturkreis bekommt quasi ein Kapitel, in dem einzelne Szenen oder Abenteuerskizzen gesammelt werden, in denen die Grundkonflikte sowie das besondere Flair der jeweiligen Region beleuchtet werden.
Zwischen den Abenteuern sollen Lagerszenen dazu dienen, quasi am Lagerfeuer das Geschehene zu reflektieren sowie in Gesprächen die unterschiedlichen kulturellen Perspektiven auszutauschen.

Mir ist durchaus klar, dass das ein wenig den SCs das Rampenlicht raubt bzw. dass sie sich dieses ein wenig mit dem Neolybier-NSC teilen müssen, aber ich denke nicht, dass das Risiko besteht, dass dies in dem Maß erfolgt, dass sie in den Hintergrund gedrängt werden (hier ist natürlich auch der Erzähler gefragt).

So, das sind erstmal meine groben Vorstellungen, die ich gerne zur Diskussion stellen würde. Ich freue mich auf euer Feedback. :)
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by Marko Djurdjevic Tue Dec 08, 2015 5:12 pm
Das ist ein sehr guter Ansatz. Ich glaube dein Plot bietet eine Menge Potenzial für eine sehr lange Kampagne.

Überhaupt finde ich literarische Ansätze für Degenesis-Abenteuer hervorragend geeignet.
Wollte immer schon mal Moby Dick auf Degenesis konvertieren. Captain Ahab als Großer Jäger, das Schiff ein Drangpanzer in der Einöde Pollens, und der Wal, ein mächtiger Resident. Die Charaktere sind als Crewmitglieder unter einem falschen Vorwand an Bord gelockt worden und stecken nun mit der Mannschaft im Nirgendwo fest. Und das ist zufällig Moby Dicks Territorium.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by Kido Tue Dec 08, 2015 5:21 pm
Marko Djurdjevic wrote:Das ist ein sehr guter Ansatz. Ich glaube dein Plot bietet eine Menge Potenzial für eine sehr lange Kampagne.

Überhaupt finde ich literarische Ansätze für Degenesis-Abenteuer hervorragend geeignet.
Wollte immer schon mal Moby Dick auf Degenesis konvertieren. Captain Ahab als Großer Jäger, das Schiff ein Drangpanzer in der Einöde Pollens, und der Wal, ein mächtiger Resident. Die Charaktere sind als Crewmitglieder unter einem falschen Vorwand an Bord gelockt worden und stecken nun mit der Mannschaft im Nirgendwo fest. Und das ist zufällig Moby Dicks Territorium.

Ist das ein Teaser auf das nächste Abenteuerbuch nach The Killing Game? ;-)
Ich würds auf jeden Fall sowas von feiern.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by Marko Djurdjevic Tue Dec 08, 2015 5:28 pm
haha, nein, aber ich bin mir sicher ihr könntet sowas in der Manufaktur Prima gemeinsam zusammendübeln.
Zur Freude der ganzen Community.

Lieben Gruß

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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Tue Dec 08, 2015 6:02 pm
Das ehrt mich natürlich, dass die Idee bei dir Anklang findet, Marko. :D

Heute komme ich zwar nicht mehr dazu, aber morgen will ich dann mal eine Aufstellung für mögliche Motivationen der einzelnen Kulte aufschreiben. Allerdings gibt es noch ein paar Kulte, deren Beschreibung ich noch nicht fertig durchgelesen habe. Daher könnte ich sicherlich an der ein oder anderen Ecke noch ein bisschen Hilfe gebrauchen.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by Blümchen Tue Dec 08, 2015 8:23 pm
Die Idee klingt auf jeden Fall sehr cool und witzig, und als sehr schöner Rahmen für eine Kampagne, die mal ein bischen von allem bieten kann - und auch je nach Spielervorlieben sehr leicht modifizierbar ist.

Was ich vorschlagen würde: Statt zwei Großen Jägern, einen großen Jäger und einen Kartographen als Wettbewerber.
Der eine, große Jäger, als (vermutlich) Antagonist und Rassist
(Die Europäer sind nur zu schwach, wenn das Africaner wären, wär die ganze Psychonautenplage längst eingedämmt und das Viechzeug gäbe es nur noch im Zoo...)
Der andere, der Kartograph als (vermutlicher) Auftraggeber der Gruppe, genauso Reiselustig und Ruhmgierig, aber vielleicht von der Ausrichtung her ein wenig eher geneigt, die wirkliche Feldarbeit, das Vorstoßen, die "Heldentaten" eventuellen Spielercharakteren zu überlassen, selbst eher im Hintergrund werkelnd, neue Sachen aufschreiben, sortieren, ein Portfolio anlegen.

Wenn man dann will, dass die Spieler sich mit Psychonauten anlegen, kann man auch sehr schön den Antagonisten sich in die Bredoullie bringen lassen - er überschätzt sich halt ein wenig. Vielleicht will der eine Sammlung aus lebenden Psychonauten haben ("zahm" gehalten von einem hochrangigen Hausanubier und einer Menge Marduk-Öl)... Natürlich von jeder Sorte einer...
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by Ryker Tue Dec 08, 2015 9:04 pm
Was für eine coole Idee!
Einer der beiden Neolibyer könnte Wakili sein, der in Justitian lebt und den Spitaliern die beiden Drangpanzer in Qabis zur Verfügung gestellt hat, um die Psychovoren zu erforschen, oder was auch immer die Spitalier dort wirklich vorhatten ...

Der scheint zumindest für verrückte Ideen zu haben zu sein und dürfte in Justitian Kontakt zu mehr Kulten als nur den Spitaliern haben, was es recht einfach macht die SC-Gruppe in das Geschehen einzufügen. Wakili würde nicht selbst mitfahren, sondern einen Statthalter einsetzen, der ein Kartograph sein könnte, wie Blümchen vorschlägt ...

Das Gewinnkriterium "Anzahl der erbeuteten Sklaven" dürfte allerdings zu einem heftigen Dauerkonflikt in der gemischten Expedition führen :evil:
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Wed Dec 09, 2015 1:28 pm
Danke Blümchen und Ryker, die Vorschläge gefallen mir beide sehr gut.

Könnt ihr mir denn über Wakili etwas Näheres noch erzählen? Auch wenn er ja eher ein NSC sein wird, der im Hintergrund bleibt, wäre es bestimmt besser so einen gewissen Überblick über seine Agenda und seinen Charakter zu haben.

Dass es Probleme mit dem Sammeln von Sklaven geben dürfte, ist mir ebenfalls klar. Aber das ist ein Spannungsfeld, dass sich überwinden lässt. Entweder, indem sie den Neolibyer davon überzeugen, darauf zu verzichten und auf andere Errungenschaften verstärkt zu setzen oder indem sie (verfeindete) Klaner fangen (und ggf. aushandeln, dass dafür im Ausgleich versklavte Kultmitglieder freigelassen werden). Außerdem denke ich mir das so, dass zumindest zu Anfang auch der liberalere Neolibyer durchaus mit dem Gedanken spielt, die angeheuerten SCs gleichfalls als Sklaven gefangen zunehmen, sobald die Expedition Tripol erreicht. Die Chancen, dass sich das Band im Laufe der Reise ändert stehen natürlich gut, so dass dieses Damokles-Schwert am Ende verschwindet. Allerdings könnte Wakili, der ja nicht direkt Umgang mit den SCs hatte, auf die Idee kommen, seine Beute mit den SCs aufzustocken, wenn er knapp zu verlieren droht. Das dürfte für interessante Szenen sorgen, wenn sich der Kartograph am Ende entscheiden muss, für wen er sich einsetzt.

Justitian als Startpunkt wäre dann ja schon sehr gut geeignet. Man hat viele Kulte vor Ort, kann sehr gut Vorbereitungen für die Expedition treffen, etc.

Auf jeden Fall bin ich wirklich dankbar für euren Input. :)

Was ich auch gerne aus der literarischen Vorlage aufgreifen würde, wäre der Part der verhinderten Witwenverbrennung. Mal sehen, in welcher Region am passendsten ein religiöser Klan angesiedelt werden könnte, zu dem diese Praxis passen würde.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Wed Dec 09, 2015 5:47 pm
Allgemeine Motivationen:

Die Lust am Abenteuer, an neuen Erfahrungen und Entdeckungen, ist eine Eigenschaft, die sich bei Angehörigen aller Kulte und aller Kulturen finden lässt. Darüber hinaus lockt sicherlich ein nicht unerheblicher Gewinn, wenn zwei Neolibyer sich auf ein Unterfangen dieser Größe einlassen. Nicht zuletzt spielt auch die gute Vernetzung Wakilis eine Rolle; er hat genug Gefallen bei den Kulten Europas offen, um sicherzustellen, dass er für seine Expedition auf kompetente Unterstützung zählen kann.
Die Wette der beiden Neolibyern bietet aber auch eine verlockende Chance: dem herablassenden Löwen einmal zu zeigen, dass man die Krähen nicht unterschätzen darf.

Motivation nach Kulten:

Chronisten: Wakili ist bereit, den Chronisten ein Vorkaufsrecht auf alle Artefakte einzuräumen, die während der Expedition gefunden werden, wenn sich der Kult bereit erklärt, diese zu unterstützen.

Spitalier: Für die Spitalier bietet diese Wette eine guten Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit dem Neolibyer weiter auszubauen. Unterstützen sie ihn bei seiner Wette, dann bietet sich bestimmt bald eine Chance, wie man daraus Kapital für die Unternehmungen des Kultes in Africa herausschlagen kann.

Jehammedaner: In den starren Strukturen des jehammedanischen Kastensystems gibt es so manchen, der sofort bereit ist, die Gelegenheit, seine durch Geburt festgelegte Rolle durchbrechen zu können, beim Schopfe zu packen. Aber auch für treue, strenggläubige Jehammedaner gibt es eine Verlockung, der sie kaum widerstehen können: Wakili stellt in Aussicht, seinen Einfluss dafür zu nutzen, den Jehammedanern, die ihn bei seiner Expedition unterstützen, eine Pilgerreise nach Mekka zur Heiligen Kaaba zu ermöglichen und dort eine der Schriftrollen Jehammeds zu erhalten.

Apokalyptiker: Glücksspiel war seit jeher die Domäne der Apokalyptiker. Und wenn zwei hochrangige Neolibyer wetten, stehen die Chance gut, dass es bald Dinare regnet. Diese Wette wird viel Aufmerksamkeit erregen und bald schon das Thema in den Wettstuben der Apokalyptiker - dafür wissen sie schon zu sorgen. Und was läge da näher, die Karten ein bisschen zu zinken und direkt einen der Ihren vor Ort zu platzieren - natürlich in beiden Gruppen.

Hellvetiker: Gute Handelsbeziehungen sorgten schon seit jeher dafür, dass gutes Geld in die Zollstationen der Hellvetiker geschwemmt werden. Dies gilt besonders für einen Neolibyer, der sich in Justitian niedergelassen hat. Da ist es doch eine Frage der Ehre, Wakili dabei zu unterstützen, noch mehr Güter erlangt, die er bei den Hellvetikern verzollen kann.

Richter: Justitian und das Protektorat profitieren nicht unerheblich von dem Bündnis mit Wakili. Da verwundert es nicht, dass die Richter ein Interesse daran haben, diese Beziehung zu festigen. Und es kann auch nicht schaden, dass ein Richter dabei ist, um dafür zu sorgen, dass die Gesetze des Kodex bei der Expedition gewahrt werden, während diese sich im Protektorat aufhält. Und wenn schon vielleicht nicht der Kodex gewahrt bleibt, dann doch zumindest der Anschein.

Sipplinge: Für die Sipplinge lassen sich angesichts ihrer Vielfalt kaum pauschale Aussagen treffen, dennoch wird es sicherlich nicht allzu schwer, für einen Sippling individuelle Beweggründe zu finden.

Wiedertäufer: Die göttliche Wahrheit der Neo-Gnosis in die Welt hinaus zu tragen – kann es für einen Wiedertäufer etwas Ehrenvolleres geben? Eine Reise durch die Länder Europas bietet die Möglichkeit die Lehre der Wiedertäufer weit zu verbreiten und die Kreaturen des Demiurgen mit Eifer zu verfolgen.

Bleicher: Ob als Erlöser auf der Suche nach neuen Bunkern oder als Halo im Auftrag des Schläferpropheten, dem man sich angeschlossen hat, manch ein Bleicher könnte durchaus Interesse daran gewinnen, sich dieser illustren Gruppe anzuschließen.

Neolibyer: An einer Expedition dieser Art teilzunehmen, birgt für einen jungen aufstrebenden Neolibyer alles, wonach es ihm verlangen mag: die Aussicht auf große Gewinne, Entdeckungen, Abenteuer, Ruhm und die Möglichkeit mannigfaltige Kontakte zu sammeln. Mehr als genug Gründe, sich Wakili und seinem Gesandten anzuschließen.

Anubier: Für Wakili ist es kein großes Problem, sich die Unterstützung der Anubier zuzusichern. Eine Sichel wird darüber hinaus mit Freuden Jagd auf die Absonderlichen machen, ein Heiler wird sich um das gesundheitliche Wohlergehen der Gruppe kümmern und ein Seelenwäger könnte auch unter den Europäern nach Trägern von Anubis‘ Gabe suchen wollen.

Geißler: Wenngleich Wakili sich bei seiner Expedition durchaus auch auf seine europäischen Verbündeten verlassen will und er beweisen will, dass Löwe und Krähe sich gut ergänzen können, so geht es ihm doch vorrangig darum, diese Wette zu gewinnen. Und auch wenn es den Geißlern sicherlich nicht gefällt, an der Seite der Krähe zu kämpfen, so werden sie es sich nicht nehmen lassen, den Europäern zu demonstrieren, was für furchtlose Krieger sie sind.

Schrotter: Der Traum vom großen Fund, der Ausbau des Einflusses des Kartells, der Reiz neuer „Jagdgründe“ oder die guten Dinare, die für einen versierten Bastler winken – für einen Schrotter gibt es viele mögliche Motivationen, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Mon Dec 21, 2015 2:22 pm
Als nächstes folgen NSCs, seien es nun feste Kampagnen-NSCs oder pro Kult ein Beispiel-NSC, den man als Expeditionsmitglied verwenden kann.

Omir ibn Sadal - der scheue Jäger

Omir ist einer der Afrikaner, die im hybrispanischen Al-Andalus geboren wurden. Als Kind hörte er immer begeistert den Geschichten der Großen Jäger zu und sah damals zu dem Schwarzen Löwen auf, jenem berühmten Jäger, dem er bei einem Besuch in Tripol in jungen Jahren einmal begegnete. Seit einigen Jahren dient er nun Wakili und fährt für diesen zur See. Omir ist der einzige Überlebende eines Marodeur-Angriffs, der seinen starken Mut seitdem sehr erschüttert hat. Omir scheut direkte Konfrontationen, sondern nutzt lieber seine guten Fähigkeiten als Schütze, um unliebsame Gegner aus dem Weg zu räumen.
Und nun hat sein Idol aus Kindertagen ausgerechnet seinen Dienstherren herausgefordert. Für ihn ist die Expedition ein persönlicher Scheideweg, an dem sich entscheiden muss, welchen Weg er einschlagen wird. Gewinnt die angeborene Abenteuerlust, so dass er seinen Kindheits-Idolen nacheifert oder behält die Angst die Oberhand, so dass er sich als Kartograph einen Namen machen wird?

Profil:
Archetyp: Hybrispania, Der Abenteurer, Neolibyer, Rang 4: Seefahrer
Attribute: KÖR 4, GES 4, CHA 3, VER 4, PSY 3, INS 4
Fertigkeiten: Beweglichkeit 7W, Schusswaffen 9W, Ausdruck 6W, Verhandlung 8W, Wissenschaft 4W, Legenden 6W, Orientierung 8W
Hintergründe: Autorität 2, Ressourcen 4, Ruf 2, Netzwerk 3
Besonderes:
Potenziale: Meisterschütze 2, Neun Leben 2, Löwenanteil 1
Initiative:
Angriff: Neolibysche Jagdflinte, 9W, Distanz (30/120), Schaden 6
Verteidigung:
Bewegung:
Panzerung:
Verfassung: Versporung 0/X, Fleischwunden X, Trauma X
Besondere Ausrüstung:
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by Ryker Mon Dec 21, 2015 7:54 pm
DerMahr wrote:Könnt ihr mir denn über Wakili etwas Näheres noch erzählen? Auch wenn er ja eher ein NSC sein wird, der im Hintergrund bleibt, wäre es bestimmt besser so einen gewissen Überblick über seine Agenda und seinen Charakter zu haben.

Oops. Ganz vergessen zu antworten. Ich weiß nicht, ob es über Wakili so viel zu berichten gibt. Bisher ist er mir nur im Primal Punk auf den Seiten 132/133 im Kapitel über Qabis über den Weg gelaufen. Hab ihn daraufhin ins Wiki gepackt. Vielleicht können dir die Jungs von SMV mehr über ihn erzählen? Ich sehe aber, das du schon einen Weg gefunden hast, wie du mit Wakili umgehen wirst. Gefällt mir gut.

BTW, wo wir gerade beim Wiki sind: Wenn du einverstanden bist, würde ich deine Kampagne gerne ins Wiki in den Bereich Fanwork übernehmen. Noch steht das Fanwork zwar ganz am Anfang, aber ich hoffe, das sich dieser Bereich später einmal zur übersichtlichen Fundgrube für Spielleiter entwickeln wird.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Mon Dec 21, 2015 8:09 pm
Das kannst du gerne tun, hab ich nichts dagegen. Momentan ist es aber ja noch ganz am Anfang und ich merke, dass ich nur sehr beschränkt Zeit habe, daran zu arbeiten. Daher wird das hier wirklich in ganz kleinen Schritten voran gehen.

Wenn er wirklich nur kurz erwähnt wird, dann werde ich ihn für meine Zwecke einfach so ausbauen, wie es mir passt. Sollte das irgendwann mal nicht mehr zu den offiziellen Darstellungen passen, kann man ja eh nochmal sehen, wie man damit umgeht. In der Kampagne wird er ja eh nur eine recht hintergründige Rolle spielen.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by Ryker Mon Dec 21, 2015 8:32 pm
Ok, prima. Dann werde ich das nach und nach übernehmen. Und keine Eile, das Wiki wimmelt vor Baustellen, mir wird also nicht langweilig :)

Was Wakili angeht: Klingt nach einem guten Plan. Zur Not benennt man den Neolibyer in Justitian halt einfach um. Von denen wird es dort wohl mehr als nur Wakili geben. Aber mir gefällt die Idee, die Kampagne an einer im Buch beschriebenen Person aufzuhängen. Das macht es in meinen Augen interessanter für Spieler, wenn ihre Chars die Wege der "offiziellen" Persönlichkeiten aus den Büchern kreuzen.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by Blümchen Tue Dec 22, 2015 3:32 am
Ich persönlich wäre da ein wenig vorsichtiger. Gerade mit dem beschriebenen Hardcore-Rassismus den die Chronisten zu verbreiten suchen ("Schwarze essen Kinder" und dergleichen) würde ich die Zahl der Neolybier in Justitian für... gering einschätzen.
Zumal ich mich dann frage, wo die beiden Neolybier sich getroffen haben wollen, wenn wirklich mit Wakili gearbeitet wird, da ein xenophober großer Jäger mit Geißlergefolge jetzt nicht zwanghaft etwas ist, was ich so ohne weiteres in die Nähe des Protektorats lassen würde. Oder im Protektorat rumlaufen... Also wenn ich Richter wäre.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Tue Dec 22, 2015 9:54 am
Das sind berechtigte Hinweise von dir Blümchen. Hinsichtlich des Zusammentreffens der beiden Neolibyer habe ich mich aufgrund der Entwicklungen hier ohnehin gedanklich von einem zufälligen Zusammentreffen irgendwo in Borca verabschiedet. Meine Gedanken gingen ab da tatsächlich mehr in die Richtung, eines Zusammentreffens in der Handelsbank, bei dem der Schwarze Löwe (der noch namenlose Große Jäger) gezielt Wakili verhöhnt und angegriffen hat, woraufhin dieser kontert, indem er die Wette vorschlägt. Das gibt der ganzen Sache nochmal einen offizielleren Charakter und mehr Gewicht, da für beide ihr Ruf vor dem ganzen Kult auf dem Spiel steht.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by Ryker Tue Dec 22, 2015 10:27 am
Sehe ich genauso, Blümchen, aber das muss kein Widerspruch sein:

Ja, Africaner werden nicht dutzendweise durch Justitian laufen, aber wenn Wakili dort leben kann, ohne einem Shutter zum Opfer zu fallen, dann wird sicher auch mal ein neolibyscher Geschäftspartner für eine gewisse Zeit geduldet werden?! Außerdem ist der Wakili-Klon ja auch nur Plan B.

Und wo die Africaner sich getroffen haben: Warum nicht in Breslau, wo Africaner keine Seltenheit sind? Wakili war von einem Neolibyschen Geschäftspartner zur Biokinetenjagd eingeladen, an der auch der Schwarze Löwe teilnahm. Am Abend wurde der Jagderfolg mit viel Alkohol gefeiert: Ein perfekter Ort für verrückte Wetten.
Zurück in Justitian nimmt Wakili Kontakt zu den Kulten und zu Omir auf und stellt seine Mannschaft zusammen.

Start der Reise könnte übrigens auch Breslau und nicht Justitian sein, dann macht der Bogen Pollen, Borca, Franka, Hybrispania, Africa mehr Sinn. Ich weiß nur noch nicht genau, wie man Balkhan und Purgare überzeugend in die Route integriert
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Sat Jan 02, 2016 2:27 pm
Hier der erste der 13 Beispiel-NSCs, die sich der Expedition angeschlossen haben könnten (Werte kommen noch):

Simeon ben Isaak – der verlorene Sohn
Balkhan - Der Bewahrer - Jehammedaner (Rang 1 - Isaaki)

Simeon wuchs im Kreise seiner Sippe als von allen geliebtes Geschenk des Herrn auf, war er doch der erste Isaaki, der seiner Sippe vergönnt war. So war es kein Wunder, dass seine Kindheit so verlief, wie es sich ein Isaaki nur wünschen konnte. Seine Sippe war selbst nach balkhanischen Maßstäben weithin für ihre Gastfreundschaft bekannt und galt als besonders friedliebend, so dass Simeon manchmal im Stillen hoffte, dass seine geschulten Kampfkünste nie zum Einsatz kommen würden. Er malte sich schon seine Zukunft als Eikonide der Sippe aus und freute sich daran, seiner Sippe dienen zu können. Sie hatten ihn mit Liebe überschüttet und er liebte sie dafür zurück. Darum war er trotz all seiner Hoffnungen bereit, sein Leben für sie alle zu geben. Sie waren für ihn ein Stück des Paradieses und dies wollte er beschützen. Es hätte so schön werden können…

Doch die aufstrebenden Klans wollten das nicht zulassen. Wenn die Winter rau waren, neideten sie der Sippe ihren Frieden und Wohlstand und eines nachts fielen sie über die Sippe her. Wie es sich für den Isaaki gebührte, warf sich Simeon den anstürmenden Wilden entgegen und kämpfte voll gerechten Zorns. Doch er konnte die Seinen nicht beschützen. Schlimmer noch, er blieb, schwer verwundet, am Leben, während alle anderen verschleppt wurden oder starben. Er konnte sich nur noch nehmen, was er als Andenken finden konnte. Seine Sippe aber gab es nicht mehr. Er war allein.

Getrieben durch seinen Zorn und seinen Schmerz wandert er durch die Lande, auf der Suche nach Spuren der Arianoi, um sich ihnen anzuschließen und den Zorn des Widders über den Feinden Jehammeds auszugießen.

Rollenspiel

Seit der Auslöschung seiner Sippe, befindet sich Simeon in einem enormen Spannungsfeld der Gefühle. Da ist auf der einen Seite der Zorn und Hass auf die Klanner, die ihm alles was er hatte, geraubt haben. Auf der anderen Seite treibt ihn die Schuld des Überlebenden und das Gefühl des Versagens in Phasen der Melancholie. Gleichzeitig sehnt er sich danach, wieder Teil einer Gruppe zu sein, während er andererseits Angst davor hat, diese wieder zu verlieren. Er ist ein Widder ohne Herde. Als Isaaki, der beim Schutz seiner Sippe versagt hat, glaubt er nicht daran, noch einen Platz unter den Sippen der Jehammedaner zu haben. Einzig die Arianoi sind seine letzte Hoffnung, dem Herrn noch dienen zu können
Manchmal kommt der verwöhnte Liebling der Sippe bei ihm noch durch, doch das meiste davon wurde dadurch abgefeilt, dass er auf sich alleine gestellt überleben musste.

Motivation

Vordergründig erhofft sich Simeon durch die Teilnahme an der Expedition auf Spuren der Arianoi zu treffen oder genug zu verdienen, um sich selbst aus eigener Kraft nach Kreta zu fahren und vor Aries zu treten. Tief im Inneren ist er sich aber bewusst, dass er sich danach sehnt, wieder Teil einer Gemeinschaft zu sein. Er hofft darauf, dass diese Expedition für ihn der Weg aus dem Sog seiner Gefühle ist und mag es auch nur eine Zweckgemeinschaft sein, diesmal wird er sie beschützen oder beim Versuch sterben.
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Sat Jan 02, 2016 3:38 pm
Was denkt ihr, was würde für die Kampagne mehr Sinn machen - eine traditionelle Karawane und damit entsprechend leichte Passagen durch die Alpenfestung oder ein Drangpanzer als mobiles Hauptquartier, der dafür dann vermutlich recht umständlich verschifft werden müsste. Ich persönlich könnte beidem etwas abgewinnen, denke allerdings dass eine Karawane mehr Charme hat. Aber was würde innerweltlich gesehen mehr Sinn machen?
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Sun Jan 03, 2016 2:06 pm
So, zwei weitere Beiträge folgen jetzt. Zum einen habe ich den ersten Entwurf für das Einleitungskapitel fertig, zum anderen habe ich einen weiteren Kult-NSC fertig gestellt: die frankische Advokatin Justine Aristide.

Wie immer gilt, Feedback ist hochgradig erwünscht und wenn jemand eine Idee für einen passenden Kampagnennamen hat, der den blöden Arbeitstitel ablösen kann, dann wäre ich hochgradig dankbar.

Gruß DerMahr

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I.Streitende Löwen

Reisetagebuch des Omir ibn Sadal 18. Februar 2595 - Justitian

Heute ereilte mich in der Africanischen Botschaft eine dringende Depesche mit wichtigen Instruktionen aus Tripol. Meister Wakili musste nach einem unerfreulichen Zusammentreffen seinen Aufenthalt in der Handelsbank überraschend abbrechen und befindet sich bereits wieder auf dem Rückweg nach Justitian.

Doch ich sollte von vorne beginnen. Meister Wakili war nach Tripol gereist, um einen Zwischenbericht über die Situation im Protektorat abzugeben sowie um lukrative Konzessionen für neue Handelsrouten zu erwerben. Dabei kam es zu der zuvor erwähnten Begegnung mit dem Großen Jäger Rolihlahla, den man auch den Schwarzen Löwen nennt. Rolihlahla ist eine wahre Legende unter den Neolibyern. Ich erinnere mich daran, wie ich dem Schwarzen Löwen zum ersten Mal begegnet bin. Es war als mein Vater mich das erste Mal nach Tripol mitgenommen hatte. Ich hatte zum ersten Mal das Land meiner Ahnen betreten und war überwältigt von den Eindrücken. Schon damals, als ich als kleiner Junge seinen Geschichten lauschte, trug er den für ihn so charakteristischen Pelzumhang aus dem Fell eines schwarzen Löwen. Er war der Held meiner Kindheit, der Grund weswegen ich mich entschloss zur See zu fahren. Ich träumte davon, mich auch eines Tages Großer Jäger nennen zu dürfen. Ich hatte mir sogar ein paar Dinare verdient, damit ich jemanden dafür bezahlen konnte, einer schwarzen Katze, die ich in den Gassen Al-Andalus‘ tot aufgefunden hatte, das Fell abzuziehen und gerben zu lassen; nur, um so zu sein wie Rolihlahla. Leider hatte ich damals wohl nicht bemerkt, welch tief sitzenden Hass er in sich trägt.

Ich will nicht sagen, dass es für mich leicht war oder ist, unter den Krähen in Justitian zu leben, aber ich habe gelernt, dass sie weder schlechte Menschen sind, noch so unterentwickelte Bleichaffen, wie es so viele meiner africanischen Vettern denken. Al-Andalus wird zwar immer meine Heimat bleiben, so wie Africa das Land meiner Ahnen und somit Heimat meines Herzens ist, aber ich schätze die Krähen für ihre kulturelle Vielfalt. Der Schwarze Löwe indes hat nur Verachtung für sie übrig und diese überträgt er auch auf Meister Wakili. Er hat ihn in der Handelsbank öffentlich angegriffen und verhöhnt. Wakili sei es nicht wert, diese Konzession zu erwerben. Er würde es nicht zulassen, dass diese gewinnträchtige Route einem Verräter an Africa zugesprochen wird. Zwar ist es dem Meister gelungen, den Spieß umzudrehen und den Jäger in eine wahnwitzige Wette zu locken, deren offizieller Preis die Konzession ist, aber allen ist klar, dass eigentlich viel mehr auf dem Spiel steht. Es bedeutet darüber hinaus auch, dass am Ende nun, dass die Last jetzt auf meinen Schultern ruht.

Zwei Expeditionen durch alle Länder der Krähe mit Tripol als finalem Ziel; die eine vom Schwarzen Löwen angeführt bestehend aus den besten Geißlern und Anubiern, die er auftreiben kann, die andere bestehend aus einer Gruppe Europäern und Africanern, angeführt von… mir. Ich bin Euch ja so überaus dankbar, Meister. Ich weiß gar nicht, wo ich mit der Planung anfangen soll. Bei den Ahnen, womit habe ich das nur wieder verdient?

Die Ausgangslage

Zwei hochrangige Neolibyer, deren Lebensweg und innere Haltung nicht unterschiedlicher sein könnten. Eine gefährliche Wette, bei der für jeden der beiden der Verlust an Reputation und Dinaren eine greifbare Bedrohung ist. Ein Wettlauf durch ganz Europa, bei dem nicht entscheidet, wer zuerst in Tripol ankommt, sondern wer im Zeitraum von einem Jahr und einem Tag die meisten Errungenschaften, wie Jagd-Trophäen, gefundene Artefakte, erwirtschaftete Dinare, gefangene Sklaven oder abgeschlossene Handelsverträge vorweisen kann. Der letzte Treffpunkt ist die Handelsbank von Tripol, welche das abschließende Urteil fällen soll.

Mehrere Tage und Nächte saßen Wakili und Rolihlahla über den Verträgen, feilschten und handelten und versuchten zu verhindern, dass einer den anderen übers Ohr haut, bis die Konditionen dieser Wette endgültig ausgehandelt worden waren. Einer der wichtigsten Punkte ist der, dass im Todesfall des einen, der andere auf Lebenszeit eine erhebliche monatliche Abgabe an den Heimatort des Toten geleistet werden muss, es sei denn es kann zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die eigene Expedition nichts mit dem Tod des anderen zu tun hatte.

Warum sollte ich da mitmachen?

Eines ist klar, die Expedition, die im Auftrag Wakilis startet, wird sich vielen und großen Gefahren stellen müssen, wenn sie siegreich in Tripol einziehen will. Doch warum sollten sich überhaupt Menschen auf diese wahnwitzige Reise einlassen? Ein paar mögliche Antworten soll dieser Abschnitt liefern.

Allgemeine Motivationen:

Die Lust am Abenteuer, an neuen Erfahrungen und Entdeckungen, ist eine Eigenschaft, die sich bei Angehörigen aller Kulte und aller Kulturen finden lässt. Darüber hinaus lockt sicherlich ein nicht unerheblicher Gewinn, wenn zwei Neolibyer sich auf ein Unterfangen dieser Größe einlassen. Nicht zuletzt spielt auch die gute Vernetzung Wakilis eine Rolle; er hat genug Gefallen bei den Kulten Europas offen, um sicherzustellen, dass er für seine Expedition auf kompetente Unterstützung zählen kann.
Die Wette der beiden Neolibyern bietet aber auch eine verlockende Chance: dem herablassenden Löwen einmal zu zeigen, dass man die Krähen nicht unterschätzen darf.

Motivation nach Kulten:

Chronisten: Wakili ist bereit, den Chronisten ein Vorkaufsrecht auf alle Artefakte einzuräumen, die während der Expedition gefunden werden, wenn sich der Kult bereit erklärt, diese zu unterstützen.

Spitalier: Für die Spitalier bietet diese Wette eine guten Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit dem Neolibyer weiter auszubauen. Unterstützen sie ihn bei seiner Wette, dann bietet sich bestimmt bald eine Chance, wie man daraus Kapital für die Unternehmungen des Kultes in Africa herausschlagen kann.

Jehammedaner:
In den starren Strukturen des jehammedanischen Kastensystems gibt es so manchen, der sofort bereit ist, die Gelegenheit, seine durch Geburt festgelegte Rolle durchbrechen zu können, beim Schopfe zu packen. Aber auch für treue, strenggläubige Jehammedaner gibt es eine Verlockung, der sie kaum widerstehen können: Wakili stellt in Aussicht, seinen Einfluss dafür zu nutzen, den Jehammedanern, die ihn bei seiner Expedition unterstützen, eine Pilgerreise nach Mekka zur Heiligen Kaaba zu ermöglichen und dort eine der Schriftrollen Jehammeds zu erhalten.

Apokalyptiker: Glücksspiel war seit jeher die Domäne der Apokalyptiker. Und wenn zwei hochrangige Neolibyer wetten, stehen die Chance gut, dass es bald Dinare regnet. Diese Wette wird viel Aufmerksamkeit erregen und bald schon das Thema in den Wettstuben der Apokalyptiker - dafür wissen sie schon zu sorgen. Und was läge da näher, die Karten ein bisschen zu zinken und direkt einen der Ihren vor Ort zu platzieren - natürlich in beiden Gruppen.

Hellvetiker: Gute Handelsbeziehungen sorgten schon seit jeher dafür, dass gutes Geld in die Zollstationen der Hellvetiker geschwemmt werden. Dies gilt besonders für einen Neolibyer, der sich in Justitian niedergelassen hat. Da ist es doch eine Frage der Ehre, Wakili dabei zu unterstützen, noch mehr Güter erlangt, die er bei den Hellvetikern verzollen kann.

Richter: Justitian und das Protektorat profitieren nicht unerheblich von dem Bündnis mit Wakili. Da verwundert es nicht, dass die Richter ein Interesse daran haben, diese Beziehung zu festigen. Und es kann auch nicht schaden, dass ein Richter dabei ist, um dafür zu sorgen, dass die Gesetze des Kodex bei der Expedition gewahrt werden, während diese sich im Protektorat aufhält. Und wenn schon vielleicht nicht der Kodex gewahrt bleibt, dann doch zumindest der Anschein.

Sipplinge: Für die Sipplinge lassen sich angesichts ihrer Vielfalt kaum pauschale Aussagen treffen, dennoch wird es sicherlich nicht allzu schwer, für einen Sippling individuelle Beweggründe zu finden.

Wiedertäufer: Die göttliche Wahrheit der Neo-Gnosis in die Welt hinaus zu tragen – kann es für einen Wiedertäufer etwas Ehrenvolleres geben? Eine Reise durch die Länder Europas bietet die Möglichkeit die Lehre der Wiedertäufer weit zu verbreiten und die Kreaturen des Demiurgen mit Eifer zu verfolgen.

Bleicher: Ob als Erlöser auf der Suche nach neuen Bunkern oder als Halo im Auftrag des Schläferpropheten, dem man sich angeschlossen hat, manch ein Bleicher könnte durchaus Interesse daran gewinnen, sich dieser illustren Gruppe anzuschließen.

Neolibyer: An einer Expedition dieser Art teilzunehmen, birgt für einen jungen aufstrebenden Neolibyer alles, wonach es ihm verlangen mag: die Aussicht auf große Gewinne, Entdeckungen, Abenteuer, Ruhm und die Möglichkeit mannigfaltige Kontakte zu sammeln. Mehr als genug Gründe, sich Wakili und seinem Gesandten anzuschließen.

Anubier: Für Wakili ist es kein großes Problem, sich die Unterstützung der Anubier zuzusichern. Eine Sichel wird darüber hinaus mit Freuden Jagd auf die Absonderlichen machen, ein Heiler wird sich um das gesundheitliche Wohlergehen der Gruppe kümmern und ein Seelenwäger könnte auch unter den Europäern nach Trägern von Anubis‘ Gabe suchen wollen.

Geißler: Wenngleich Wakili sich bei seiner Expedition durchaus auch auf seine europäischen Verbündeten verlassen will und er beweisen will, dass Löwe und Krähe sich gut ergänzen können, so geht es ihm doch vorrangig darum, diese Wette zu gewinnen. Und auch wenn es den Geißlern sicherlich nicht gefällt, an der Seite der Krähe zu kämpfen, so werden sie es sich nicht nehmen lassen, den Europäern zu demonstrieren, was für furchtlose Krieger sie sind.

Schrotter: Der Traum vom großen Fund, der Ausbau des Einflusses des Kartells, der Reiz neuer „Jagdgründe“ oder die guten Dinare, die für einen versierten Bastler winken – für einen Schrotter gibt es viele mögliche Motivationen, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.

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Justine Aristide – des Richters Heilige

Justine entstammt dem Geschlecht der Aristides, was in den Kreisen der Advokaten gleichbedeutend mit einer adligen Abstammung ist. Tatsächlich beanspruchen die Aristides für sich, die älteste frankische Richterfamilie zu sein. Auch wenn dieser Anspruch nicht ganz unangefochten ist, so öffnet dieser Name im Protektorat alleine schon so manche Pforte. Doch noblesse obligè – dieser Name ist zugleich Ehre wie Bürde. Er ist ein Vermächtnis, dem man gerecht werden muss.
Doch Justine muss dies erst noch beweisen.

Das Leben als Richterin, der Richthammer und der Kodex, stehen für Justine im Mittelpunkt ihres Seins. Für sie ist der Erste aller Richter weniger ein Mensch, mehr ein fleischgewordener Gott und sein Kodex ist ihre Bibel. Das Richtertum ist ihre Bestimmung, ihre Religion. Sie ist eine Priesterin der Ordnung und der Gerechtigkeit. Ihr Urteil spendet Segen. Ihr Richthammer ist der Zorn eines Gottes.
Wenn sie spricht, dann folgen ihr die Massen. Sie ist dazu auserkoren, das strahlende Licht des Kodex wie ein Leuchtfeuer in die entlegensten Winkel Europas zu tragen und dort helllodernd brennen zu lassen. Judex Primus Lo Vult!

Rollenspiel

Justine wuchs in dem festen Glauben auf, dass sie durch das Blut in ihren Adern zu Großem auserkoren ist. Kein Wunder, dass sie daher mit einem nahezu unerschütterlichen Selbstvertrauen gesegnet ist. Dass auch sie manchmal hadert und zweifelt, sich fürchtet und taumelt, das lässt sie sich nicht anspüren. Darf sie nicht. Nicht vor anderen. Und warum sollte sie sich auch jemandem anvertrauen? Aus Liebe? Absurd. Einer Aristide wird es nicht vergönnt sein, aus Liebe zu heiraten. Ihre Rolle wird es sein, eines Tages einen aufstrebenden Advokaten zu ehelichen, der keinen so guten Namen vorzuweisen hat. Also sollte sie an sowas wie Liebe gar nicht denken. Und trotzdem trägt sie als einziges Buch neben ihrem Kodex einen alten Band mit urvölkischer Liebeslyrik ihrer Heimat bei sich, als wäre es ein Schatz. In ihren dunkelsten Stunden, wenn sie sich am einsamsten fühlt, greift sie nicht zum Kodex, um ihren Glauben zu stählen, sondern zu den romantischen Gedichten, um zu träumen und zu sehnen.

Motivation

Welche Gelegenheit könnte besser sein, ihre Bestimmung zu erfüllen, als sich einer Expedition anzuschließen, die sie durch ganz Europa führen wird. Sie ist sich durchaus bewusst, dass sie kaum mehr als eine passable Kämpferin ist. Ihre Stärken liegen klar an anderer Stelle. Da kommt ihr der Schutz einer ganzen Karawane ganz recht. Außerdem kann es für ihre spätere Laufbahn nicht schaden, sich mit dem einflussreichen justitianischen Neolibyer gut zu stellen. Davon mal abgesehen bedeutet diese Reise ein weiteres Jahr, in dem ihre Eltern sie nicht an eine andere Advokatenfamilie verschachern können. Und vielleicht trifft sie ja doch auf einen Mann, der ihren Panzer durchdringen und ihr Herz zu entflammen vermag. Auch wenn sie es sich nicht recht eingestehen will: in diesem einen Jahr ist sie wahrhaftig frei und sie will nicht nach Justitian zurück, ohne nicht wenigstens einmal Liebe und Leidenschaft erfahren zu haben.

Profil
Archetyp: Franka, Der Auserwählte, Richter, Rang 3: Advokat
Attribute: KÖR 3, GES 2, CHA 5, VER 3, PSY 2, INS 2
Fertigkeiten: Kraft 4W, Nahkampf 6W, Ausdauer 4W, Härte 4W, Schusswaffen 3W, Künste 6W, Verhalten 6W, Ausdruck 7W, Führung 7W, Verhandlung 6W, Verführung 6W, Fokus 4W, Legenden 6W, Gerissenheit 3W, Täuschung 3W, Dominieren 3W, Glaube 5W, Reaktion 4W, Empathie 3W, Überleben 3W
Hintergründe: Autorität 2, Ressourcen 2
Besonderes:
Potenziale: Lynchjustiz 1
Initiative: Kann Richtsprüche von Protektoren revidieren (+2 Autorität im Umgang mit Protektoren)
Angriff: Richthammer 4W, 5 Schaden, Steinschlosspistole 3W, 8 Schaden, Messer 7W, 3 Schaden
Verteidigung: 1
Bewegung:
Panzerung: Ledermantel (2)
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Besondere Ausrüstung: Kodex (Sonderdruck, +2W auf CHA+Ausdruck bei Richtsprüchen)
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Re: [Kampagne] "In 80 Tagen um die Welt"

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by DerMahr Sun Jan 03, 2016 4:17 pm
Und passend für Justine, der wohl nahezu komplett gegensätzliche Apokalyptiker, der es auf sie abgesehen hat. ;)

Arséne – der Wildfang

Arséne wuchs als Mitglied der Resistance auf. Als Kind sang seine Mutter ihm immer die Lieder der Vorfahren vor, der Vater erzählte ihm vom glorreichen Leben des frankischen Urvolks. Sein ganzes Heim war voll mit Ikonen, mit Bildern und Statuen und Büchern voller Geschichte. Alle um ihn herum lebten in der Vergangenheit. Das kotzte ihn an. Er wollte im Hier und Jetzt leben. Mitnehmen, was das Leben zu bieten hatte. Gutes Essen, Destillat, die Haut einer nackten Frau (oder eines nackten Mannes, was machte das schon für einen Unterschied), das Burn in seinen Lungen, der blutige Schmerz des Kampfes – das waren die Eindrücke, die ihm das Gefühl gaben, am Leben zu sein. Nicht irgendwelche Geschichten aus lange vergangener Zeit. Er wollte keine Geschichten lesen, er wollte sie formen. Er hasste diese Geschichten wirklich. Anfangs reichte es ihm, für die Resistance in den Kampf zu ziehen und sich auf immer gefährlichere Missionen einzulassen. Bald schon aber merkte er erneut, dass er darin keinen Sinn finden konnte. Was brachte es schon, für eine Kultur zu kämpfen, die bereits längst untergegangen war? Er schwor sich, dass er lieber jedes Buch verbrennen, jedes Bild aufschlitzen und jede Statue zerschlagen wollte. Eine Ruine muss erst geschliffen werden, damit auf ihr etwas wirklich Neues entstehen kann.
Dann kamen die Nachtschwingen nach Toulon. Die Apokalyptiker waren genau das, was er wollte. Er ging zu ihnen und um zu zeigen, wie ernst es ihm damit war, einer von ihnen zu sein, verbrannte er kurzerhand das Gemälde von diesem komischen kleinen Kerl, der ständig seine Hand in die Jacke hielt, das bei ihnen zu Hause stand. Seine Vater hatte oft davor gestanden und diese Geste nachgemacht und dabei große Reden von der Resistance geschwungen. Scheiße, Arséne fand das immer schon bescheuert.
Das Dasein als Fink ließ er ziemlich schnell hinter sich. Nun durfte er sich Raubkrähe nennen und im Schwarm mitfliegen. Es hieß, als nächstes wolle man sich einmal in Justitian rumtreiben. Hölle, das klang schmerzhaft. Was für ein Spaß!

Rollenspiel

Für Arséne zählt nur die Gegenwart. Er denkt nicht viel zurück an das, was war. Allzu weit in Zukunft zu planen war auch nicht gerade sinnvoll, wenn man morgen doch ohnehin schon tot sein konnte. Dafür muss man an sinnlichen Erfahrungen alles mitnehmen und auskosten was man kann. Nach dem Tod kommt das Vergessen und dahin nimmt man nichts mit.
Personen, die für die Zukunft planen bemitleidet er lediglich. Er kann damit umgehen, dass die meisten Menschen so ticken. Wenn sich alle zur Zukunft hin ausrichten, bleibt für ihn mehr in der Gegenwart.
Menschen, die in der Vergangenheit leben, verachtet er jedoch von ganzem Herzen. Sie sind ihm einfach zuwider.

Motivation

Diese Expedition klingt für Arséne einfach nach einer riesigen Portion Spaß. Wo kann man schon so sehr an seine Grenzen kommen, wie bei diesem Himmelfahrtskommando? Kommt er dabei ums Leben? Hölle, vermutlich ja! Aber wen schert das schon, wenn er die Chance hat, bei etwas mitzumachen, von dem andere Apokalyptiker vermutlich nur träumen würden.
Außerdem hat es ihm die schnuckelige kleine Richterin irgendwie angetan. Er hat sie schon ein paar Mal gesehen, seitdem er in Justitian ist, aber es hatte sich nie was ergeben. Jetzt würde sich das ändern.

Profil
Archetyp: Franka, Der Zerstörer, Apokalyptiker, Rang 2: Raubkrähe
Attribute: KÖR 3, GES 3, CHA 3, VER 1, PSY 3, INS 3
Fertigkeiten: Athletik 4W, Faustkampf 6W, Kraft 5W, Nahkampf 5W, Ausdauer 4W, Härte 6W, Fingerfertigkeit 5W, Beweglichkeit 4W, Heimlichkeit 4W, Verhalten 4W, Verführung 4W, Legenden 2W, Gerissenheit 5W, Täuschung 5W, Reaktion 5W, Wille 4W, Empathie 4W, Orientierung 4W, Primal 5W
Hintergründe: Autorität 2, Ruhm 2
Besonderes:
Potenziale: 1.000 Wege 1
Initiative: 5W
Angriff: Klingenarmreif 8W, 5 Schaden (Leichtgängig 2T, Getarnt 4S), Reithacke 5W, Schaden 8
Verteidigung: 1
Bewegung:
Panzerung: Lederpanzer (3)
Verfassung: Ego 8, Versporung 0/8, Fleischwunden 10, Trauma 6
Besondere Ausrüstung:
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